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13.01.2017 13:51

Garantiezins im freien Fall

Der garantierte Zins für Kapitallebens- und Rentenversicherungen fällt auf 0,9%

(c) pixabay.com

Der Garantiezins für Kapitallebens- und private Rentenversicherungen sinkt immer weiter. Für alle Verträge, die seit dem 1. Januar 2017 abgeschlossen werden, erhalten Sie nur noch 0,9 % garantierte Zinsen. Für Verträge, die bis Ende 2016 unterzeichnet wurden, galt ein Garantiezins von 1,25 %. Bei allen laufenden Verträgen gilt der ursprünglich vereinbarte Zinssatz.

Aber Vorsicht! Der Garantiezins bezieht sich nicht auf die eingezahlten Prämien, sondern nur auf Ihren Sparanteil. Mit jeder monatlichen Rate zahlen Sie Gebühren und Risikokosten an die Versicherung.

Zum Beispiel: Sie zahlen jeden Monat 100 EUR in Ihre Altersvorsorge ein. Hiervon können 30 EUR als Abschluss-, Verwaltungs- und Risikokosten beim Versicherer verbleiben. Lediglich 70 EUR werden nun mit 0,9 % verzinst.

Für eine erfolgreiche Altersvorsorge eignen sich daher Kapitallebens- und private Rentenversicherungen heutzutage nicht mehr. Ganz im Gegenteil, sie gehören momentan zu den schlechtesten Produkten am Markt, sind kaum zu durchschauen und durch die Senkung des Garantiezinses werden aus ihnen noch miesere Sparverträge.

Aber warum sind diese Policen, welche lange Zeit, zum Teil bei vielen Verbrauchers sogar heute noch, als sichere Altersvorsorge galten, so schlecht? Die Verträge werden durch hohe (versteckte) Kosten belastet. Mit Vertragsunterzeichnung rutschen Sie erstmal mehrere Hundert, wenn nicht sogar tausend Euro ins Minus. Die Nachteile (hohe Anfangskosten und eine nachteilige Kostenverrechnung) werden jedoch erst später sichtbar.

Millionen Verbraucher haben mit Lebens- und Rentenversicherungen schon Milliarden von Euro verloren.

Die Laufzeiten der Verträge sind viel zu lang. Können Sie heute schon sagen, ob Sie 25 oder 30 Jahre lang genügend Geld haben, um Ihren Vertrag auch immer erfüllen zu können. Solche Verpflichtungen kann kaum jemand über Jahrzehnte sicher planen. Solch langfristig und unflexible Verträge abzuschließen, ist angesichts der aktuellen Zinssituation absolut unsinnig. Wollen Sie dann noch aus dem Vertrag aussteigen, weil innerhalb der nächsten Jahre die Zinsen vielleicht doch noch steigen, müssen Sie auf jeden Fall mit finanziellen Einbußen rechnen.

Übrigens: Ein Großteil der aktuell angebotenen Verträge sind fondgebunden. Sie investieren somit in Aktien, die der Versicherer für Sie aussucht. Wollen Sie das wirklich?

Eine sichere Altersvorsorge ist daher immer eine Investition in Sachwerte, etwa in eine selbstgenutzte Wohnung oder aber auch in Anteile an einem Unternehmen. Auch hier sollte man sich umfassend informieren und beraten lassen, denn ein unüberlegtes und voreiliges Handeln kann auch hier zu Fehlentscheidungen führen.