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20.02.2018 10:01

Private Altersvorsorge

Ist die klassische Lebensversicherung noch rentabel?

Über Jahrzehnte hinweg war die klassische Lebensversicherung die private Altersvorsorge schlechthin. Doch angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase ist dies unrentabel geworden. Die klassischen Lebens- und Rentenversicherungsverträge bieten dem Versicherten einen sogenannten Garantiezins, welcher gesetzlich festgeschrieben ist und bei neuen Verträgen nur noch 0,9 Prozent beträgt. Für Verträge, welche in den Jahren 1994 bis 2000 abgeschlossen wurden, lag dieser noch bei 4,0 Prozent. Doch mit dem Garantiezins wird nicht das gesamte eingezahlte Kapital verzinst, sondern nur ein bestimmter Sparanteil. Dieser ergibt sich nach Abzug der Abschluss- und Verwaltungskosten sowie den Risikokosten der Versicherung von den eingezahlten Beiträgen. 

Aufgrund der niedrigen Verzinsung sind neue Vertragsabschlüsse jetzt noch unattraktiver geworden. Daher haben die meisten Versicherungsunternehmen die klassischen Lebens- und Rentenversicherungen aus ihrem Angebot genommen und bieten stattdessen sogenannte fondsgebundene Policen an. Hierbei versprechen sie höhere Renditen, indem sie das Geld der Kunden in Aktien- und Investmentfonds anlegen. Jedoch ist der Versicherte damit dem ständigen Auf und Ab der Aktienmärkte ausgeliefert und die Verwaltungskosten sind zudem deutlich höher als bei klassischen Verträgen. Eine sichere und rentable Altersvorsorge ist somit in den meisten Fällen nicht garantiert.